| AKTUELLE EINSCHÄTZUNG |

  • Das Gesundheitswesen ist die bedeutendste Branche der deutschen Volkswirtschaft und dies nicht nur in Deutschland.
  • Allein die Ausgaben des deutschen Gesundheitssystems beliefen sich im Jahr 2006 auf 245 Mrd. Euro. Dies entspricht 10,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Damit stiegen die Gesamtausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent. Weitere private Ausgaben wie beispielsweise für Wellness und Fitness, die nicht in die Gesundheitsausgabenrechnung des statistischen Bundesamtes fallen, jedoch zur individuellen Gesundheit beitragen, haben derzeit ein Volumen von 60 Mrd. Euro.
  • Nach einer Studie der Unternehmensberatung Deloitte erfährt der medizinisch orientierte Fitness-Sektor derzeit einen enormen Aufwärtstrend. In den kommenden
    Jahren dürfte die Zusammenarbeit von Fitnessanbietern und Ärzten zunehmen. Die Angebote der Fitnessstudios richten sich hier vor allem an die Zielgruppe der 50plus. Mit Hilfe der Ärzte versuchen die Anbieter "mehr als nur Lifestile" anzubieten.
  • Die tatsächliche Größe des Gesundheitsmarkts - inklusive der Bereiche außerhalb des reinen ambulanten und stationären Sektors - wird auf ca. 500 Mrd. Euro geschätzt.
  • Seit Mitte der neunziger Jahre ist der Gesundheitssektor jährlich um etwa 1%-Punkt schneller gewachsen als die Gesamtwirtschaft.
  • Ein Gutachten der Unternehmensberatung Roland Berger beschreibt Wachstumspotentiale der Gesundheitswirtschaft von jährlich etwa 15 Prozent. Lag der Umsatz in Deutschland 2006 noch bei rund 260 Mrd. Euro, so sollen es bis 2020 etwa 453 Mrd. Euro sein.
  • Rund 4,3 Mio. Menschen - und damit jeder neunte - sind im deutschen Gesundheitswesen beschäftigt. Dies entspricht rund 10 Prozent aller Beschäftigten. Im Jahr 2006 war hier ein deutlicher Anstieg von 34.000 Beschäftigten (0,8 Prozent) zu verzeichnen.
  • Das Gesundheitswesen in Deutschland und Europa entwickelt
    sich parallel zur Diskussion um die Kostendämpfung zu einem attraktiven Wettbewerbsmarkt.
  • Der Trend vom "staatlichen Gesundheitswesen" zum
    "privatwirtschaftlichen Gesundheitsmarkt" beschleunigt sich.
  • Das Motto "the consumer is the boss" trifft mittlerweile nicht mehr nur für den Bereich der Konsumgüterindustrie sondern nun auch für den Gesundheitsmarkt zu. Der demografische Wandel, steigendes Interesse am eigenen Well-Being bis ins hohe Alter sowie die politische und
    finanzielle Situation der öffentlichen Hand sind Entwicklungen, die diese Veränderungen fördern.
  • Pharmazeutische und medizintechnische Unternehmen weisen
    seit Jahren attraktive Renditen auf.
  • Zunehmend etablieren sich Dienstleistungsunternehmen nach
    internationalem Vorbild in den Bereichen Krankenhaus, Alten- und Pflegeheime, Rehabilitationseinrichtungen und medizinische Versorgungszentren.
  • Der Handel mit Gesundheitsprodukten weist stabile Wachstumsraten aus.
  • Der Medizintourismus nimmt weiter zu. Studien gehen von einem Volumen von insgesamt 60 Mrd. US-Dollar im Jahr 2006 aus. Bis zum Jahr 2012 soll es auf 100 Mrd. US-Dollar steigen. Das statistische Bundesamt spricht von
    60.000 bis 70.000 Patienten aus dem Ausland in Deutschland. Ein Großteil von ihnen stammt aus den Golfstaaten, zu einem wachsenden Anteil auch aus Russland.